Mit zwei knappen Siegen hat Aergera Giffers am Wochenende die Halbfinal-Serie gegen Basel zu seinen Gunsten gedreht. Eine starke Defensive war am Ursprung der beiden Erfolge.
Das erste Halbfinalspiel zwischen Aergera Giffers und Basel Regio hatte mit einem Tor Unterschied geendet (4:3), das zweite und dritte am Wochenende erneut mit dem knappstmöglichen Resultat. Allerdings mit einem Unterschied: Dieses Mal gingen die Giffersnerinnen als Siegerinnen vom Platz. Nach dem 2:1-Auswärtssieg am Samstag in Basel setzten sie sich am Sonntag in Alterswil mit 5:4 durch.
Nach der verlorenen Auftaktpartie stand Aergera am Samstag schon unter einem gewissen Druck. Das Team von Richard Kaeser liess sich dadurch aber nicht aus der Reserve locken, sondern hielt an seiner eher defensiv ausgerichteten Taktik fest. «Die Baslerinnen sind extrem ballsicher und spielstark, es braucht Mut, ihnen den Ball einfach so zu überlassen. Aber wir haben in der Defense so extrem gut und geduldig gespielt, dass es aufgegangen ist», freute sich Trainer Richard Kaeser über den Sieg.
Vier Minuten vor Ende ging Basel «all in», ersetzte seine Torhüterin durch eine sechste Feldspielerin und versuchte, die Partie noch zu drehen. «Sie haben es mit einer Feldspielerin sehr gut gemacht und uns ziemlich unter Druck gesetzt. Wir konnten den Anschlusstreffer aber lange hinauszögern. Als dann die 60. Spielminute anbrach, wusste ich, dass es reichen würde», blickt Kaeser zurück. Zwei Tore innerhalb einer Minute aufzuholen, sei schwer, sagt der Trainer. «Erst recht, wenn der Gegner so extrem stark verteidigt, wie wir es getan haben.» Abgeklärt brachten die Senslerinnen den Sieg über die Zeit. Selbst als sie 39 Sekunden vor Ende den Anschlusstreffer zum 1:2 kassierten, blieben sie ruhig.
Am Sonntag vor eigenem Anhang spielte Aergera mit etwas offenerem Visier, wodurch mehr Tore fielen. Wieder waren es die Senslerinnen, die durch Fabienne Aeschbacher als erste jubeln konnten (9.). Basel gelang 39 Sekunden vor der ersten Pause der Ausgleich, doch Aergera schaffte tatsächlich das Kunststück, noch vor dem Seitenwechsel wieder vorzulegen: Neun Sekunden waren noch zu absolvieren, als Margaux Houriet einen schönen Angriff mit dem 2:1 abschloss.
Der Start ins zweite Drittel verlief hingegen suboptimal: 33 Sekunden benötigte Basel, um auszugleichen und die Partie neu zu lancieren. In der 29. Minute fing Elisa Biolley den Ball ab und versenkte ihn humorlos im Bügel. Und als dann auch noch Schüpbach zum 4:2 traf, schienen die Weichen auf Sieg gestellt.
Doch Basel benötigte wieder nur 13 Sekunden, um zu verkürzen. Ein kurzer Moment, in dem die Zuteilung bei Aergera nicht passte, und schon war es passiert. «Basel ist extrem gefährlich, da darfst du dich keine Sekunde zurücklehnen», haderte Kaeser mit dem 4:3. Als dann die Gäste im letzten Drittel (54.) im Powerplay ausglichen, ging erneut wieder alles von vorne los. Unnötigerweise, wie der Trainer befand. «Wir hatten in den ersten beiden Dritteln genug Torchancen, um die Partie in ruhigere Bahnen zu lenken.»
Das Spiel hätte danach auf beide Seiten kippen können. Bis Lea Jungo 39 Sekunden vor Ende für die Entscheidung sorgte. Nachdem Aegera einen Basler Angriff abgefangen hatte, lief die Verteidigerin mit dem Ball mutig durch und versenkte ihn zum 5:4. «Dass eine Verteidigerin den entscheidenden Treffer erzielte, war das i‑Tüpfelchen unserer starken Leistung», freute sich Richard Kaeser.
Telegramme
Basel Regio - Aergera 1:2 (0:1, 0:1, 1:0)
Samstag. Pfaffenholz, Basel. Tore: 19. Ja. Kolly (Schüpbach) 0:1. 30. Klopfenstein 0:2. 60. Raatevaara (Wyss) 1:2. Strafen: je 2-mal 2 Minuten.
Aergera - Basel Regio 5:4 (2:1, 2:2, 1:1)
MZG Alterswil. 193 Zuschauer. Tore: 9. Aeschbacher (Houriet) 1:0. 20. Traxel (Altermatt) 1:1. 20. Houriet (Aeschbacher) 2:1. 21. Gerber (Saastamoinen) 2:2. 29. Biolley 3:2. 34. Schüpbach (Willener) 4:2. 34. Stocker (Wyss) 4:3. 54. Stocker (Raatevaara) 4:4. 60. Jungo (Ja. Kolly) 5:4. Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Aergera Giffers, keine gegen Basel.
Aergera Giffers: Schaad; Kohler, M. Jungo; Aeschbacher, Bertolotti, Houriet; Ulrich, L. Jungo; Schüpbach, Willener, Ja. Kolly; Götz, Ju. Kolly; Biolley, Corpataux, Klopfenstein.
Playoff-Halbfinal (best of 5). Stand: Aergera - Basel 2:1. 4. Spiel: Sa. 15.00, Basel. Ev. 5. Spiel: So. 17.00, MZG Alterswil.