Das Kopf-an-Kopf-Rennen im ersten Spiel der Playoff-Halbfinalserie hat Aergera gegen Basel Regio verloren. Grund dafür war in erster Linie die mangelnde Effizienz.
Lena Brügger, Freiburger Nachrichten
Nachdem Aergera im Playoff-Viertelfinal Visp bezwingen konnte, wartete im Playoff-Halbfinal Unihockey Basel Regio. Mit den Baslerinnen hatte man noch eine Rechnung offen, waren sie es doch gewesen, die für das frühe Saisonende der Giffersnerinnen gesorgt hatten. Dementsprechend engagiert startete Aergera in das erste Spiel der «Best-of-5»-Serie: Lea Bertolotti gewann das erste Bully für die Heimmannschaft und Aergera wurde direkt gefährlich. Doch auch Basel zeigte von Anfang an die erwartete Playoff-Intensität. Die Gäste überzeugten mit viel Ballbesitz, ruhigen Angriffsauslösungen und souveränen Spielzügen, während Giffers zwar immer wieder Nadelstiche setzen konnte, im Abschluss jedoch unbelohnt blieb.
So waren es nach neun Spielminuten schliesslich die Gäste, die in Führung gingen. Aergeras Defensive fehlte es an der nötigen Konsequenz und Basel nutzte den Platz gekonnt aus. Dafür hielt das Giffersner Boxplay, sodass es wenig später nicht gar zum Zwei-Tore-Rückstand kam.
Nach 15 Spielminuten wurde die engagierte Offensive der Giffersnerinnen ein erstes Mal belohnt. Mit einer wunderschönen Konteraktion beanspruchten Jana Kolly und Marine Klopfenstein den Preis des schönsten Tores des Abends für sich: Kolly lancierte Klopfenstein, die sich mit einem perfekten Querpass bedankte, den Kolly dann zum 1:1 einschob. In der Folge kippte das Momentum kurz auf die Seite der Heimmannschaft, Aergera drückte gewaltig auf den Führungstreffer, der aber nicht fallen wollte.
Auch zu Beginn des zweiten Drittels zeichnete sich ein ähnliches Bild: Aergera mangelte es an Effizienz, gleich mehrere gute Torchancen, inklusive eines Powerplays, konnten nicht genutzt werden. Erst in der 35. Minute fiel die längst verdiente Führung durch Margaux Houriet nach einem mustergültigen Zuspiel von Fabienne Aeschbacher.
Doch die Angelegenheit war noch lange nicht geregelt. Den Ausgleich für die Baslerinnen gab es quasi gratis: Ein Eigenfehler der Giffersnerinnen bei der Auslösung wurde eiskalt ausgenutzt. Beide Teams verzeichneten immer wieder gute Chancen. Schliesslich war es wiederum Jana Kolly, die eine Freistoss-Gelegenheit zum 3:2 ummünzen konnte.
Danach plätscherte das Spiel ein wenig vor sich hin, bis Aergera ab der 49. Spielminute erneut in Unterzahl agieren musste. Dieses Mal funktionierte das Boxplay weniger gut, Basel erzielte prompt den Ausgleich. Und in der 55. Spielminute hatten die Gäste wieder etwas gar viel Platz: Ein Drehschuss holperte auf eher eigentümliche Art und Weise ins Giffersner Tor und verhalf den Baslerinnen zum 4:3-Sieg.
Diesmal vermochten die Giffersnerinnen nicht mehr aufzuholen – trotz einer sechsten Feldspielerin. «Es war das erwartete enge Spiel», bilanziert Cheftrainer Richard Kaeser nach dem Match. «Basel ist ein Team, das extrem gut den Ball laufen lassen kann. Wir wussten, dass wir wohl weniger Ballbesitz haben werden», erklärt er. Am Schluss sei es an der Effizienz gescheitert. «Topchancen hatten wir eigentlich mehr als sie. Wenn man in einem Spiel drei oder vier solche Chancen hat, dann müssen einfach ein oder zwei Tore fallen», sagt er.
Trotz der Enttäuschung über die unnötige Niederlage gäbe es aber keinen Grund, jetzt den Kopf hängen zu lassen: «Unser Plan ist nicht so schlecht aufgegangen. Am Schluss sind es Details, die entscheiden, und die haben sie heute besser gemacht. Wir müssen noch einmal über die Bücher», so Kaeser. Aber es gebe auch viel Gutes: «Ich bin beeindruckt, wie gut unsere Zuteilung hinten gepasst hat», so der Trainer. «Das müssen wir unbedingt in die nächsten Spiele mitnehmen.»
Die nächsten beiden Spiele für Aergera Giffers folgen bereits am kommenden Wochenende.
Telegramm
Aergera - Basel Regio 3:4 (1:1; 1:1; 1:2)
Sporthalle Giffers-Tentlingen. - 195 Zuschauer. Tore: 9. Gerber (Brönnimann) 0:1. 15. Ja. Kolly (Klopfenstein) 1:1. 35.Houriet (Aeschbacher) 2:1. 35. Bertsch (Stocker) 2:2. 42. Ja. Kolly (Schüpbach) 3:2. 50. Kramer (Hofer) 3:3. 55. Kramer (Wyss) 3:4. Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Aergera Giffers, 2-mal 2 Minuten gegen Basel Regio.
Aergera Giffers: Aebischer; M. Jungo, Kohler; L. Jungo, Ulrich; Ju. Kolly, Götz; Houriet, Bertolotti, Aeschbacher; Ja. Kolly, Willener, Schüpbach; Klopfenstein, Corpataux, Biolley; Riedo.
Basel Regio: Schreppers; Wyss, Hofer; Saastamoinen, Nussbaumer; Brönnimann, Kissling; Stocker, Kramer, Bertsch; Falconnier, Raatevaara, Yildiz; Gerber, Altermatt, Schlenz.
Halbfinal (best-of-5). Stand: 0:1. Die nächsten Spiele: Pfaffenholz Basel, Sa., 16.00. MZG Alterswil, So., 19.30.