Was zu Beginn der Nationalliga-A-Saison der Frauen aufgrund des knappen Kaders unmöglich schien, konnte am Sonntag mit dem 8:7-Sieg in Frauenfeld realisiert werden: Ärgera Giffers qualifizierte sich für die Playoffs.

Mit nur elf Feldspielerinnen und zwei Torhüterinnen ging der Start ins Sommertraining und in die Saison los. Anschliessend konnten im Verlauf der folgenden Wochen zwei weitere Spielerinnen verpflichtet werden. Eine davon stammt aus der eigenen Juniorenabteilung. Doch nur das engste Umfeld von Ärgera Giffers schien an eine Playoff-Teilnahme zu glauben. Entgegen allen Vorhersagen und Tipps der Experten der Unihockeyszene konnte sich Ärgera nun mit einem knappen 8:7-Sieg aber definitiv Rang 7 sichern und sich somit einen Platz in den Viertelfinals ergattern.

Zu Beginn der Partie in Frauenfeld schien es aber, als hätten sich die Spielerinnen der Red Lions besser auf den Gegner eingestellt. Angriffe von Ärgera wurden früh unterbunden und die Konter schnell und direkt lanciert. Nach einem schnellen Gegenangriff lag der Ball auch das erste Mal hinter Torhüterin Sarah Berger. Im darauffolgenden Powerplay konnte Angela Kohler ausgleichen.

Starkes Mitteldrittel

Dann verlor Ärgera kurz die Übersicht, und Frauenfeld konnte mit einem Doppelschlag davonziehen. 1:3 kurz vor der Pause lautete das Verdikt also. Im zweiten Abschnitt konnte Ärgera nach einem Freistoss gefährlich vor das gegnerische Tor spielen; dort wurde der Ball von Valentina Dazio und Livia Gross zum 2:3 über die Linie gestochert. Das zweite Drittel gehörte klar den Gästen. Die Reaktion auf das dürftige erste Drittel war heftig, spielte Ärgera doch frisch auf und war konzentrierter als zuvor. Allen voran war es Ganz, die auf spektakuläre Weise entweder den letzten Pass spielte oder sich den Ball ergatterte und ihn gleich selber versenkte. So lautete das Resultat nach 40 Minuten 7:3 für Ärgera. Es war aber klar, dass die letzten zwanzig Minuten kein Spaziergang werden würden. Nach der Pause fand Frauenfeld denn auch wieder ins Spiel zurück und drückte aufs Tempo. Wer die Red Lions kennt, weiss, dass Aufgeben vor Spielende – so wie bei Ärgera – nicht infrage kommt. Entsprechend trat das Heimteam auf, und Eigenfehler sowie Unkonzentriertheiten in der Freiburger Abwehr liessen vier weitere Treffer zu, so dass vier Minuten vor Schluss das Spiel wieder ausgeglichen war (7:7). Es war aber der Abend von Eliane Ganz: Geradlinig und ohne grosse Tricks erzielte sie den Siegestreffer für Ärgera.

Damit steht fest, dass die Freiburgerinnen nach der Doppelrunde vom kommenden Wochenende nicht in den Abstiegskampf verwickelt sind, sondern dass es darum geht, einem der Favoriten im Kampf um den Meistertitel ein Bein zu stellen. Sehr wahrscheinlich wird der Gegner im Viertelfinal der UHC Dietlikon sein. Somit würde es zu einem Wiedersehen mit der langjährigen Ärgera-Spielerin Christelle Wohlhauser kommen.

mst
 

Telegramm

Frauenfeld - Ärgera Giffers 7:8 (3:2, 0:5, 4:1)

Kantihalle Frauenfeld. 93 Zuschauer. SR Lieberherr/Rhöös. Tore: 4. C. Kuhn (M. Gämperli) 1:0. 10. A. Kohler (M. Stump) 1:1. 13. S. Schwab (A. Ressnig) 2:1. 14. S. Schwab (C. Kuhn) 3:1. 18. L. Gross (V. Dazio) 3:2. 21. L. Bertolotti (E. Ganz) 3:3. 25. C. Köstinger (E. Ganz) 3:4. 32. E. Ganz 3:5. 32. M. Buri (A. Kohler) 3:6. 39. E. Ganz 3:7. 43. S. Schwab (C. Kuhn) 4:7. 46. L. Hofmann (N. Fässler) 5:7. 51. M. Gämperli (C. Kuhn) 6:7. 57. S. Bickel (I. Räss) 7:7. 58. E. Ganz 7:8. Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Frauenfeld.

Frauen. NLA. Rangliste: 1. Piranha Chur 16/47 (138:45). 2. Dietlikon 16/41 (125:61). 3. Bern-Burgdorf 16/34 (94:67). 4. Emmental Zollbrück 16/31 (99:77). 5. Red Ants Winterthur 16/28 (90:66). 6. Berner Oberland 16/23 (64:69). 7. Giffers 16/16 (64:96). 8. Frauenfeld 16/8 (53:119). 9. Zug 16/6 (46:106). 10. Waldkirch-St. Gallen 16/6 (44:111).

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Team: