In der Nationalliga A der Frauen zeigte Ärgera Giffers gegen Schlusslicht Waldkirch-St. Gallen Charakter und holte einen 2:5-Rückstand auf. Am Ende sicherte sich Ärgera mit dem 6:5-Sieg nach Verlängerung zwei Punkte.

In der viertletzten Meisterschaftsrunde empfing Ärgera den Tabellenletzten Waldkirch St. Gallen. Bei Ärgera waren die Erwartungen an das Spiel klar: Im Kampf um die Playoff-Plätze sollten ein Sieg und drei Punkte her.

Früh in Rückstand

Das Team von Trainer Jan Jungo stieg zwar auf dem Papier als Favorit in das Spiel, doch die Partie stellte sich für die Gastgeberinnen als nicht ganz so einfach heraus. Ärgera war zu Beginn zwar mehrheitlich in Ballbesitz und versuchte nach vorne zu spielen. Daraus ergaben sich jedoch keine grossen Torchancen, denn die St. Galler Defensive hielt dicht. Es schien in den ersten zehn Minuten so, als fände ein gegenseitiges Abtasten statt. Zwei Weitschüsse der Ostschweizerinnen fanden unerwartet den Weg ins Tor, womit das Heimteam im ersten Drittel überraschend mit 0:2 in Rücklage geriet. Die Freiburgerinnen standen somit früh unter Zugzwang.

Der Abwehrriegel der St. Gallerinnen erwies sich lange Zeit als echte Knacknuss, die Freiburger Offensive hatte Mühe, Lösungen zu finden. Erst im Powerplay wurde diese standfeste Abwehr mit dem Treffer von Christel Köstinger erstmals geknackt. Anstatt den Ausgleichstreffer zu erzielen, kassierten die Gastgeberinnen allerdings noch vor der Pause gleich wieder das 1:3.

Die Ausgangslage war etwas beunruhigend, denn Ärgera bekundete weiterhin grosse Mühe vor dem gegnerischen Tor. Im Mitteldrittel versuchten die Senslerinnen eine Reaktion zu zeigen. Tatsächlich dauerte es nicht lange, bis die Freiburgerinnen den Anschlusstreffer erzielten. Nach einem Freistoss von Martina Buri sprang der Ball direkt vor die Schaufel von Livia Gross, die nur noch in die leere Torecke einschieben musste. Dennoch rannte Giffers nach der 30. Minute wiederum einem Zwei-Tore-Rückstand hinterher. Ärgeras Defensive liess zu viele Schüsse auf das Tor zu, und in den Zweikämpfen fehlte es an letzter Entschlossenheit. Somit kamen die Freiburgerinnen bis Ende des zweiten Drittels nicht mehr an die mittlerweile fünf Tore der Gegnerinnen heran.

Ärgera auf Überholspur

Verzweifeln und aufgeben war für das Team mit dem grossen Kämpferherz aber trotz 2:5-Rückstand keine Option. Tatsächlich zeigte die Heimmannschaft, dass sie sich nicht so leicht geschlagen gibt. Ärgera erhöhte das Tempo, stieg konsequenter in die Zweikämpfe und schoss vermehrt aus der Distanz. In der 44. Minute tankte sich Buri in einem Laufduell an der Bande durch und bediente Valentina Dazio, die zum 3:5 verkürzte. Kurz darauf zog Köstinger nach Zuspiel von Eliane Ganz alleine auf das Tor und traf. Zwei ganz wichtige Treffer für das Team, die ihm Aufschwung verliehen. Ärgera versuchte unbedingt den Ausgleichstreffer zu erzielen und warf alles nach vorne. Mit Erfolg, denn nach einem präzisen Zuspiel von Gross konnte Buri zum erlösenden 5:5-Ausgleich einnetzen. Das Spiel stand nun auf der Kippe, und beide Teams führten bis in die Verlängerung einen Kampf auf Augenhöhe. Schliesslich war es Köstinger, die ihrer Mannschaft den nach zwei Dritteln kaum noch für möglich geglaubten Sieg und zwei Punkte sicherte.

Die Partie hat den Freiburgerinnen alles abverlangt. Rückblickend sei man mit den zwei Punkten sehr zufrieden, sagte Trainer Jan Jungo nach dem Spiel sichtlich erleichtert. Ein Sieg von Waldkirch St. Gallen wäre nicht unverdient gewesen. Andererseits zeigte Ärgera Charakter, blieb kämpferisch bis zum Schluss und konnte sich somit gegen die zäh kämpfenden Gegnerinnen durchsetzen.

Nachdem die Senslerinnen in den fünf Spielen zuvor leer ausgegangen waren, konnten sie nun wichtige Punkte im Kampf um die Playoff-Plätze verbuchen. Im nächsten Spiel kommt es zu einem Direktduell zwischen Ärgera Giffers und den Red Lions aus Frauenfeld. Vorausblickend auf die nächsten drei Spiele gehe es darum, den siebten Platz zu bestätigen und somit die Playoffs zu erreichen, sagte Jungo. Zunächst kann Ärgera an dem spielfreien Wochenende ein wenig Kraft tanken, bevor es in den Meisterschaftsschlussspurt geht.

Noemi Häussler, Freiburger Nachrichten vom 30. Januar 2018.

 

Telegramm

Ärgera - Waldkirch 6:5 n.V. (1:3, 1:2, 3:0, 1:0)

Sporthalle Giffers-Tentlingen, Giffers. 96 Zuschauer. SR Lehmann/Manser.

Tore: 12. L. Resegatti 0:1. 14. C. Göldi (L. Resegatti) 0:2. 17. C. Köstinger (E. Ganz) 1:2. 19. I. Scherrer (N. Schürpf) 1:3. 24. L. Gross (M. Buri) 2:3. 25. N. Schürpf 2:4. 30. C. Göldi 2:5. 44. V. Dazio (M. Buri) 3:5. 45. C. Köstinger (E. Ganz) 4:5. 48. M. Buri (L. Gross) 5:5. 65. C. Köstinger (L. Bertolotti) 6:5.

Frauen. Nationalliga A. Rangliste: 1. Piranha Chur 15/44, 2. Dietlikon 15/38, 3. Wizards Bern Burgdorf 15/34, 4.Emmental Zollbrück 15/28, 5. R.A. Rychenberg Winterthur 15/25, 6. Berner Oberland 15/23, 7. Ärgera Giffers 15/13, 8. Frauenfeld 15/8, 9. Zug United 15/6, 10. Waldkirch-St. Gallen 15/6.

Saison: 
Team: