Ärgera Giffers wurde am Wochenende in der NLA vom Tabellenzweiten Dietlikon zweimal zerzaust. Am Samstag verloren die Senslerinnen zu Hause trotz Traumstart und 3:0-Führung 4:10, am Sonntag folgte in Dietlikon gar eine 3:10-Niederlage.

Für die Spielerinnen von Trainer Jan Jungo war es ein hartes Wochenende. Eine Doppelrunde gegen den UHC Dietlikon ist alles andere als eine leichte Aufgabe. Die Zürcherinnen dominieren zusammen mit Piranha Chur seit Jahren das Schweizer Frauen-Unihockey. Entsprechend chancenlos blieb Ärgera am Wochenende bei den zwei Niederlagen.

Nur das erste Drittel top

Dabei hätte das Wochenende für die Freiburgerinnen am Samstag nicht besser beginnen können. Im ersten Drittel des Spiels in Giffers rieb sich so mancher Zuschauer verwundert die Augen. 3:0 führten die krassen Aussenseiterinnen nach 18 Minuten. Zwar nahmen die Favoritinnen aus Zürich von Anfang an das Zepter in die Hand, Ärgera lauerte allerdings geschickt auf Fehler des Gegners. Das Heimteam startete nach einer Balleroberung schnelle Konterangriffe. Schon in der dritten Minute ging Giffers nach schönem Kombinationsspiel von Christel Köstinger und Eliane Ganz mit 1:0 in Führung. Ärgera war in der Folge nicht nur durch Dietlikons Sturmspiel, sondern auch durch die harte Gangart des Gegners gefordert. Die Zweikampfstärke der Zürcherinnen sollte sich an diesem Wochenende noch als einer der entscheidenden Unterschiede erweisen, hatten sie in Laufduellen doch meist die Nase vorn. In diesem Startdrittel, in dem aus Freiburger Sicht alles zusammenpasste, gelang es Ärgera allerdings, ein weiteres, spektakuläres Tor zu erzielen: Der Ball kam von hinter dem Tor über das Tor und fand schliesslich via Lea Bertolotti den Weg in den Kasten. Der 0:2-Rückstand war eine ungewohnte Situation für die Favoritinnen aus Zürich, die ein wenig in Verlegenheit gerieten. Das Spiel schien wie verhext, gleichzeitig konnte sich Giffers einige Male auch bei ihrer stark spielenden Torhüterin Patricia Roux bedanken, die einige hundertprozentige Torchancen zunichtemachte. Zwei Minuten vor Ende der ersten Spielzeit erhöhte das Heimteam wiederum durch Ganz sogar auf 3:0.

Anschliessend ging es für die Equipe von Jan Jungo an diesem Wochenende nur noch bergab. Fast zeitgleich mit dem Pausenpfiff erzielte Dietlikon seinen ersten Treffer. Während Ärgera bis dahin eine ausserordentlich gute Teamleistung zeigte, änderte sich das Spielgeschehen im Mitteldrittel grundlegend. Plötzlich wechselte auch das Glück die Seiten. Innerhalb von bloss fünf Minuten verwandelten die Gäste den 1:3-Rückstand in eine 4:3-Führung. Danach dominierte Dietlikon weiterhin das Spiel, doch Ärgera erspielte sich ebenfalls immer wieder einmal gute Torchancen. In der 28. Minute gelang Angela Kohler nach Zuspiel von Valentina Dazio der Ausgleich zum 4:4. Eine erneute Führung Ärgeras liessen die Tabellenzweiten aber nicht mehr zu. Mit einem Doppelschlag sicherten sie sich eine Zwei-Tore-Führung, und nach 36 Minuten stand es schon 7:4 für Dietlikon. Damit war der Match gelaufen, denn die wenigen Vorstösse des Heimteams brachten keinen Erfolg mehr – auch im Überzahlspiel nicht. Langsam gingen dem schmal besetzten Freiburger Team die Kräfte aus. Im letzten Drittel erhöhte Dietlikon so noch auf 10:4.

Brutaler Start am Sonntag

Beim zweiten Duell am Sonntag zeigte sich, dass Dietlikon ganz offensichtlich die Lehren aus den Fehlern des Vortags gezogen hatte. Diesmal waren es die Favoritinnen, die fulminant aus der Kabine kamen. Nach 140 Sekunden gingen sie in Führung. Danach spielte sich das Heimteam in einen Rausch. Nach nur gerade 18 Minuten stand es bereits 7:0 für Dietlikon – ein brutales Verdikt für Ärgera. Es spricht für den Charakter der Senslerinnen, dass sie sich danach nicht hängenliessen und die Partie anschliessend ausgeglichen gestalten konnten. Am Ende resultierte eine klare 3:10-Niederlage. Weil auch die Konkurrenz am Wochenende ohne Punkte blieb, ist Ärgera trotz den beiden Niederlagen weiter voll auf Playoff-Kurs.

Ein erfolgreiches Wochenende war es für Christelle Wohlhauser. Die langjährige Ärgera-Spielerin, die seit dieser Saison für Dietlikon stürmt, beendete das Wochenende mit zwei Toren und drei Assists.

nh/fm, Freiburger Nachrichten vom 23.01.2018.

Telegramme

Ärgera Giffers - Dietlikon 4:10 (3:1, 1:6, 0:3)

Giffers. 149 Zuschauer.

Tore: 3. E. Ganz (C. Köstinger) 1:0. 12. L. Bertolotti (C. Köstinger) 2:0. 18. E. Ganz (A. Wieland) 3:0. 20. M. Wiki (J. Suter) 3:1. 22. A. Gämperli 3:2. 24. A. Gämperli 3:3. 25. T. Stella (M. Wiki) 3:4. 28. A. Kohler (V. Dazio) 4:4. 29. A. Streiff (J. Suter) 4:5. 30. C. Wohlhauser (A. Gämperli) 4:6. 36. K. Luck (C. Wohlhauser) 4:7. 42. C. Wohlhauser (I. Gerig) 4:8. 51. J. Suter (M. Wiki) 4:9. 52. E. Ackermann (A. Streiff) 4:10.

Dietlikon - Ärgera Giffers 10:3 (7:0, 2:2, 1:1)

Tore: 3. A. Gämperl i (S. Rüegger) 1:0. 9. A. Gämperli (S. Rüegger) 2:0. 11. E. Ackermann (C. Wohlhauser) 3:0. 11. L. Pedrazzoli (A. Gämperli) 4:0. 13. K. Luck (E. Ackermann) 5:0. 16. I. Gerig (C. Wohlhauser) 6:0. 18. J. Suter (M. Wiki) 7:0. 21. L. Bertolotti (E. Ganz) 7:1. 24. M. Buri (C. Bertschy) 7:2. 37. T. Stella (M. Wiki) 8:2. 38. L. Pedrazzoli (A. Gämperli) 9:2.

Nationalliga A. Frauen. Rangliste: 1. Chur 14 /41. 2. Dietlikon 14/35. 3. Bern Burgdorf 14/31. 4. Zollbrück 14/28. 5. Rychenberg Winterthur 14/25. 6. Berner Oberland 14/20. 7. Ärgera Giffers 14/11, 8. Frauenfeld 14/8. 9. Zug 14/6. 10. Waldkirch 14/5.

Saison: 
Team: